PORTUS JULIUS...

Die Portus Julius wurde von Marcus Agrippa Vipsanius während des Bürgerkrieges zwischen Oktavian und Sextus Pompeius (37 v. Chr.) in Auftrag gegeben. Die herrliche Hafen wurde für das Arsenal der Classis Misenensis, die wichtigste römische Flotte bestimmt. Die Bauarbeiten wurden dem Architekten Lucius Coelius Actus anvertraut, dessen Einfallsreichtum die Verbindung des Hafens zu den Seen Lucrine und Avernus über einen schiffbaren Kanal und nach Cumae von einem 1 km langen unterirdischen Tunnel, durch die Kutschen passieren könnten, gewährleistete. Der Hafen wurde zu Ehren des Gaius Iulius Caesar benannt.

Nach Fertigstellung bot Portus Julius eine umfassende Reihe von maritime Unterstützungsleistungen an: Lager für die Bevorratung, Zisternen für Trinkwasser, Trockendocks für Wartungsarbeiten der Rümpfe der Boote und Werkstätten für die Reparatur von Segeln. Für andere, eher persönliche Bedürfnisse war ebenfalls gesogt: Freizeiteinrichtungen, der Tempel des Poseidon, und diskreten Bordelle.

Das militärische Leben der Hafen ist allerdings wegen Versandung kurz geblieben. Bereits im Jahr 12 v. Chr. wurde die kaiserliche Flotte auf der nahe gelegenen natürlichen Becken von Miseno verschoben und der Hafen wurde zur zivile Zwecke übergegangen. Es war von diesem Ort, dass Galeeren auf Befehl des Kommandanten Naval Gaius Plinius Secundus Maior (kurz Plinius der Ältere) entsandt wurden, um die verängstigten Bewohner von Pompeji und Herculaneum während der verheerenden Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 n. Chr. zu evakuieren.

Im Laufe der Jahrtausende wurde das Schicksal des ursprünglichen Komplexes von Bradyseism (Erdbewegungen verursacht durch Volumenänderungen einer zugrunde liegenden Magmakammer und / oder hydrothermale Aktivität) geprägt. In den späten fünften Jahrhundert stellte Flavius Magnus Aurelius Cassiodorus Senator fest, dass die äußere Mole des Hafens in Verfall geraten war. In den folgenden Jahrhunderten verschwand sie ganz; Lucrino wurde mit dem Meer wieder vereinigt. Diese Bewegung der Küstenlinie wurden fortgesetzt bis 29 September 1538, wann ein Vulkanausbruch stattfand, bei dem die sogenannte Neue Berg erzeugt, das Dorf Tripergola zerstört und die See Lucrino auf wenig mehr als ein Teich reduziert wurden.

Portus Julius kam wieder ans Licht durch Luftaufnahmen aufgenommen während des Zweiten Weltkriegs. Fotos illustrieren die Topografie der umfangreichen Komplex, der eine Fläche von etwa 10 Hektar hat. Warenhallen könnten identifiziert werden, als auch verschiedenen Säulen, die Innenhöfe von Wohnhäuser bezeichnen. Letzendlich wurde der Großteil der Kartierung des Bereichs vom Studium solche Fotografien kompiliert.



Die Einzelheiten der Bau des Hafens wurden jedoch durch Unterwasseruntersuchungen und -beobachtungen gewonnen. Die Wände und Säulen erheben sich von wenige Zentimeter bis zu mehr als einen Meter über dem Meeresboden und deren Mauerwerk zeugt von den verschiedenen Bauweisen, insbesondere netzförmigem Mauerwerk. Wege, Bodenmosaiken, Keramikwaren und sogar die Ansätze von Fresken sind immer noch präsent.