TAUCHEN IN DER VERGANGENHEIT...

Kampanien gehörte schon vor 2.000 Jahren zu den Naturschönheiten Italiens. Für seine Quellen bekannt, entwickelte sich Baiae bereits in der späten republikanischen Zeit zu einem mondänen Bade- und Erholungsort. Großartige Villen reicher, römischer Bürger und Kaiser wie Gaius Iulius Caesar prägten das Aussehen der Thermenstadt. Kaiser Augustus nahm sogar einen Teil des Gebietes von Baiae in seinen Besitz. Berühmte Schriftsteller und Dichter der Antike nannten den Ort gar ein „Rasthaus der Laster“ (Seneca) und einen „geeigneten Ort für Liebesspiele“ (Ovid).

Bis heute erhielten sich in Baia die Reste der antiken Thermen und Kaiservillen. Sie bilden das Zentrum des Archäologischen Parks – über Wasser. Trotz der traditionellen Namen „Tempel der Diana“, „der Venus“ und „des Merkur“ gehörten die Bauten aber einst zu den Thermenanlagen.

Im Jahr 1538 entstand nahe der Küste der Berg „Monte Nuovo“. Durch Bradyseismus (Heben und Senken des Bodens in einer vulkanischen Gegend) kam es zu Veränderungen des Meeresspiegels. Deshalb liegen Teile des antiken Baiae und Puteoli heute unter Wasser, wo ein archäologisches Schutzgebiet eingerichtet wurde. Der „Parco Archeologico Sommerso die Baia“ kann besichtigt werden und gehört ins Pflichtprogramm archäologisch interessierter Taucher und Schnorchler. Die Tauchgänge sind alles andere als tief: zwischen drei und achtzehn Meter.

Die Schwefelgase, die den Solfatara so bekannt machen, gibt es natürlich auch unter Wasser. An einem solchen Ort zu tauchen ist allerdings eine viel intensivere Erfahrung als es der Besuch des Solfataras jemals sein könnte, da die Fumarolen (oder Geysire) nicht nur ein visuelle Schauspiel, sondern auch eine körperliche Erfahrung sind – sie sind nicht nur zu spüren (vor allem während eines kühleren Wintertauchgangs ist dieser ein hochbegehrten Tauchplatz, da die Wassertemperatur hier immer ein paar Grad über der Umgebungstemperatur liegt!), sie können aber auch gefangen werden (Gasbläschen mit der Hand zu fangen ist nicht etwas, was man auf jedem Tauchgang machen kann!).

Die ultimative Tauch- (oder Schnorchel-) Erfahrung in der Bucht von Pozzuoli allerdings ist und bleibt ein Besuch bei den archäologischen Ruinen. Selbst für diejenigen von uns, die sich nicht selbst als „Unterwasser-Gebäude-Spotter“ sehen ist die Begegnung mit den Ruinen des römischen Baiae unvergesslich; Gebäude, Höfe, Wege und Mosaike sind alle noch bemerkenswert intakt, obwohl sie seit fast zweitausend Jahren unter der Wasseroberfläche gelegen haben.

Fazit ist (man kann es nicht oft genug wiederholen): der Archäologiepark von Baiae bietet ein Unterwassererlebnis, die nur weiter empfohlen werden kann!