GRÜNDUNGSBESCHLUSS DES PARKS...

Das Ministerium für Umwelt und Schutz der Natürlichen Ressourcen in Zusammenarbeit mit den Ministerien für Kultur und Erbgut, für Infrastruktur und Verkehr und für Landwirtschaft und Forst und im Einvernehmen mit der Region Kampanien hat den Unterwasserarchäologiepark Baiae, gleich ein Meeresreservat, im Jahr 2002 gestiftet. Beide, dieser Park und der Unterwasserarchäologiepark Gaiola, welcher unter dem gleichen Gesetz gestiftet wurde, bestehen aus einer Meeresumwelt mit bedeutendemhistorischen, archäologischen, ökologischen und kulturellen Wert.

Der Unterwasserarchäologiepark Baiae umfasst ein Gebiet von der Küste von Bacoli und Pozzuoli zwischen dem südlichsten Pier des Hafens in Baia (Omlins Steg) und dem Pier des Strandes Augustus in Pozzuoli und, um maximalen Schutz zu bieten, ist in drei Bereiche aufgeteilt:

integral (A) - das wahre Herz des Schutzgebiets, wo alle Tätigkeiten (außer genehmigte wissenschaftliche Forschung und Dienstleistungen) verboten sind, um Schäden oder Störungen der Meeresumwelt zu vermeiden;

allgemein (B) - mit möglichst geringen Auswirkung sind wenige nachhaltige Aktivitäten unter bestimmte Regelungen zugelassen; und

parziell (C) - eine Pufferzone zwischen den hohstempfindliche Gebieten und den umgebene Meeresbereichen, wo auch auf Nachhaltigkeit und geringe Umweltbelastung geachtet ist.

Management des Parks ist derzeit in der Verantwortung der Archäologischen Behörde von Neapel und Caserta. Die wichtigsten Ziele des unterwasser Archäologischen Park Baiae sind:
  • der Schutz und die Verbesserung der Umwelt und der archäologischen Stätten, auch zum Zwecke potenzieller Beschäftigungen;
  • die Verbreitung des Wissens über Meeresbiologie und des unterwasserarchäologischen Erbes;
  • die Durchführung von Ausbildungsprogrammen zur Verbesserung des ökoloigischen, marinebioloigischen und archäologischen Bewusstseins;
  • die Umsetzung von wissentschaftlichen Forschungsprogrammen zur weiteren Vertiefung der Kenntnisse über das Gebiet; und
  • die Förderung der sozio-ökonomischen Entwicklung vereinbart mit traditionellen lokalen Aktivitäten, den Anwohnern und dem Unternehmen derzeit aktiv innerhalb der Region.

NYMPHÄUM...

Das Nymphäum (aus der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts n.Chr.) wurde ursprünglich im Jahre 1959 entdeckt als Professor Lambroglia, Gründer des Zentrums für Unterwasserarchäologie, eine Studie an Bord des Schiffes Daino, um die Morphologie eines kompletten architektonischen Entdeckung an der Basis der Landspitze Epitaffio zu bestimmen, eingeleitet.



Zehn Jahre später wurden zwei Marmorstatuen entdeckt, die immer noch in der Apsis ein rechteckiges Gebäude stunden. Sie wurden als homerischen Personifikationen, die die Szene der Vergiftung des Polyphems durch Odysseus und seine Gefährten darstellt, anerkannt; Odysseus bietet den Zyklopen einen Kelch Wein.




Von den fünf weitere Statuen die schönster und am wenigsten beschädigter ist die der Dionysos als Jugendlicherer. Eine weiterere wurde als Antonia die Jüngere, die Mutter des Tiberius Claudius Caesar Augustus Germanicus, identifiziert - tatsächlich schien es eine Art Galerie innerhalb der kaiserlichen Residenz, die die Claudian Dynastie darstellt, zu sein. Dies, in Verbindung mit der Architektur des Raumes und die Anwesenheit von Sanitärarmaturen, können die Ruinen als ein luxuriöses Nymphäum identifiziert werden.

Auch im Zangenturm des Aragonese Schlosses in Baia gibt es eine Dauerausstellung des Nymphäums.

VILLA PROTIRO...

Dies Monumentale ist repräsentativ für die städtischen Strukturen in den alten Baiae: eine Straße mit mehreren Tavernen und einer privaten Villa. Der Name Protiro wird als „säulen Tür“ übersetzt und stammt von einem kleinen, besonderen Kolonnade.



Die Villa verfügt über eine Reihe von Zimmern mit einem zentralen Atrium, um sie mit Licht zu versorgen. In diesen Zimmern gibt es einige wunderbare Mosaiken, insbesondere diejenige im Nordosten, die in einer markantesten Muster aus schwarzen und weißen Marmorfliesen verlegt wurde.




Im Süden des Atriums öffnet sich einen sehr großen Raum mit einer Apsis, von denen die halbkreisförmige Überreste eine Distanz von 10,37 m überbrückt. Sie war wohl nicht ein Teil des ursprünglichen Plans, aber ist reichlich dekoriert mit großen Marmorplatten der späten kaiserlichen Domus Ostiensis.

PISONISCHE VILLA...

Die Pisonische Villa wurde im ersten Jahrhundert v. Chr. erbaut. Archäologische Untersuchungen in den späten 1980er Jahren entdeckten ein Stück Wasserleitung aus Blei, welche die Inschrift des Lucius Piso hatte.



Auf Grund dieser Fund direkt vor Ort, wurde die Villa die mächtigen und reichen Adelsfamilie Piso, die eine Verschwörung gegen Kaiser Nero organisiert, zugeordnet. Das Komplott wurde entdeckt und die Familie wurde enteignet. Damit ginge die Villa in die Hände des Kaisers über.







Heute geführte Tauchgänge folgen einem vorher festgelegten Strecke rund um einen großen Innenhof von ca.. 95 x 65 m, entlang derer es möglich ist Arkaden und Gänge bewundern. Auf der einen Seite des Hofs sind die Thermalbäder, auf der anderen Seite sind mehrere Räume, die führen zu den maritimen Bereich und der großen Fischzuchtbäder.

PORTUS JULIUS...

Die Portus Julius wurde von Marcus Agrippa Vipsanius während des Bürgerkrieges zwischen Oktavian und Sextus Pompeius (37 v. Chr.) in Auftrag gegeben. Die herrliche Hafen wurde für das Arsenal der Classis Misenensis, die wichtigste römische Flotte bestimmt. Die Bauarbeiten wurden dem Architekten Lucius Coelius Actus anvertraut, dessen Einfallsreichtum die Verbindung des Hafens zu den Seen Lucrine und Avernus über einen schiffbaren Kanal und nach Cumae von einem 1 km langen unterirdischen Tunnel, durch die Kutschen passieren könnten, gewährleistete. Der Hafen wurde zu Ehren des Gaius Iulius Caesar benannt.

Nach Fertigstellung bot Portus Julius eine umfassende Reihe von maritime Unterstützungsleistungen an: Lager für die Bevorratung, Zisternen für Trinkwasser, Trockendocks für Wartungsarbeiten der Rümpfe der Boote und Werkstätten für die Reparatur von Segeln. Für andere, eher persönliche Bedürfnisse war ebenfalls gesogt: Freizeiteinrichtungen, der Tempel des Poseidon, und diskreten Bordelle.

Das militärische Leben der Hafen ist allerdings wegen Versandung kurz geblieben. Bereits im Jahr 12 v. Chr. wurde die kaiserliche Flotte auf der nahe gelegenen natürlichen Becken von Miseno verschoben und der Hafen wurde zur zivile Zwecke übergegangen. Es war von diesem Ort, dass Galeeren auf Befehl des Kommandanten Naval Gaius Plinius Secundus Maior (kurz Plinius der Ältere) entsandt wurden, um die verängstigten Bewohner von Pompeji und Herculaneum während der verheerenden Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 n. Chr. zu evakuieren.

Im Laufe der Jahrtausende wurde das Schicksal des ursprünglichen Komplexes von Bradyseism (Erdbewegungen verursacht durch Volumenänderungen einer zugrunde liegenden Magmakammer und / oder hydrothermale Aktivität) geprägt. In den späten fünften Jahrhundert stellte Flavius Magnus Aurelius Cassiodorus Senator fest, dass die äußere Mole des Hafens in Verfall geraten war. In den folgenden Jahrhunderten verschwand sie ganz; Lucrino wurde mit dem Meer wieder vereinigt. Diese Bewegung der Küstenlinie wurden fortgesetzt bis 29 September 1538, wann ein Vulkanausbruch stattfand, bei dem die sogenannte Neue Berg erzeugt, das Dorf Tripergola zerstört und die See Lucrino auf wenig mehr als ein Teich reduziert wurden.

Portus Julius kam wieder ans Licht durch Luftaufnahmen aufgenommen während des Zweiten Weltkriegs. Fotos illustrieren die Topografie der umfangreichen Komplex, der eine Fläche von etwa 10 Hektar hat. Warenhallen könnten identifiziert werden, als auch verschiedenen Säulen, die Innenhöfe von Wohnhäuser bezeichnen. Letzendlich wurde der Großteil der Kartierung des Bereichs vom Studium solche Fotografien kompiliert.



Die Einzelheiten der Bau des Hafens wurden jedoch durch Unterwasseruntersuchungen und -beobachtungen gewonnen. Die Wände und Säulen erheben sich von wenige Zentimeter bis zu mehr als einen Meter über dem Meeresboden und deren Mauerwerk zeugt von den verschiedenen Bauweisen, insbesondere netzförmigem Mauerwerk. Wege, Bodenmosaiken, Keramikwaren und sogar die Ansätze von Fresken sind immer noch präsent.



RAUCHENDES RIFF...

Zahlreiche massiven quadratischen Säulen befinden sich ca. 600 m von der Küste bei Lucrino. Sie bestehen aus einer Kombination von römischen Mauerwerk, insbesondere opus reticulatum, und aufgrund ihrer Lage, haben vermutlich Schutz für Portus Julius geboten.

Ihre Höhen reichen von der Meeresboden in einer Tiefe von 16m bis zu einigen Metern unter dem Meeresspiegel. So bieten sie einen gewissen Schutz vor herrschenden Strömungen, sowie unterschiedliche Lichtverhältnisse. Dies führt zu dem Ergebnis, dass ihren oberen Kanten mit Algen bedeckt sind, was sich aber mit zunehmender Tiefe allmählich verringert, so dass am Fuß der Säulen eine typische Mediterrane Umgebung zu finden ist. Diese spektakuläre Kombination bietet einen einzigartigen Lebensraum für eine Vielzahl von Organismen, die sich an flachere Gewässer angepasst haben als solche, in denen sie in der Regel bleiben würden. Nicht nur auf den Säulen selbst, sondern auch zwischen ihnen, wo gefallene Steine zu finden sind, haben zahlreiche verschiedene Arten von Fischen und alle Arten von Meereslebewesen Zuflucht gefunden.

Um zurück auf den Namen des Tauchplatzes zu kommen, der Schwerpunkt muss hier auf dem geologischen Aspekt gelegt werden - aktive Fumarolen sind reichlich und bezeugen der vulkanischen Ursprungs dieser Gegend. Diese Fumarolen sind Brunnen aus Gasblasen, die sich aus dem Meeresboden entweichen (bei Temperaturen höher als die Umgebungstemperatur) und Schwefelspuren hinterlassen, welche die umliegenden Meeresboden eine weiße flauschige Aussehen verleiht.



CENTRO SUB CAMPI FLEGREI...

CENTRO SUB CAMPI FLEGREI, die Tauchbasis „Phlegräische Felder“, ist 1992 gegründet worden und beschäftigt sich mit dem Sporttauchen. Es ist ein Tauchunternehmen, welches mit Unterstützung von qualifizierten Fachpersonen im Bereich Meereskunde, Umwelt und Archäologie die Förderung und die Verbreitung von Wissen und Schutz des Meeres und das archäologische Erbe vermittelt. CENTRO SUB CAMPI FLEGREI bietet folgende Dienstleistungen an:

LEHRGÄNGE: Sie bieten PADI-, CMAS-und PTA-Lehrgänge an, von Schnuppertauchgängen über einer Vielfalt an Spezialitäten bis zum Ausbilderniveau. Der Klassenraum verfügt über alle didaktischen Unterlagen und ist ausgestattet mit Multimedia-Resourcen, um jede Ausbildung durchführen zu können.



AUSRÜSTUNG: Sie haben 2 Kompressoren, eine Gasmischstation, 50 komplette Tauchausrüstungen, einen Arbeitsraum für Instandhaltungsarbeiten und ausreichend Lagerplatz für sowohl Nass- als auch Trockenlagerung.

GEFÜHRTE TAUCHGÄNGE: Sie bieten Tauchgänge innerhalb der Unterwasser Archäologischen Stadt von Baiae, im Golf von Neapel und um die Inseln Ischia, Procida, Nisida und Capri an. Schnorcheln ist auch möglich innerhalb des Parks. Transfer zu diesen Tauchplätzen wird durch ihrer eigenes Boot (12m) oder ihre Schlauchboote (8m und 5m) direkt von dem privaten Anleger durchgeführt.



TOURISMUS: Zusätzlich zu Tagesausflüge organisieren sie Tauchpakete über (lange) Wochenende. Längere Urlaube und Kreuzfahrten, sowohl in lokalen Gewässer als auch ins Ausland, befinden sich auch regelmäßig in ihren Programmen.

EVENTS: In Zusammenarbeit mit lokale Agenten, Ausbildungsorganisationen und Vereinen, veranstalten sie Events und informative Veranstaltungen, um ein umweltbewusstes Denken voranzutreiben, vor allem in Bezug auf einen vertieften Respekt gegenüber der maritimen Umwelt und dem Schutz der Meere.



Professionelle Ausbilder und eine einladende Atmosphäre versichern Dir eine sichere und freudige Taucherfahrung.

CENTRO SUB CAMPI FLEGREI ist:

  • eine PADI 5* IDC TAUCHBASIS (Professional Association of Diving Instructors)
  • anerkannt durch HSA (Handicapped Scuba Association)
  • ein aktiver Mitglied des ASSODIVING FLEGREUMs (dem Konsortium anerkannt und autorisiert durch die Archäologische Behörden von Neapel und Caserta, um Tauchaktivitäten innerhalb des Unterwasser Archäologischen Park von Baiae zu managen)
  • anerkannt durch des Ausbildungsamtes, des Ministerium für Innere Politik und MUIR (Ministerium für gehobene Studien und Research)
  • affiliert mit LEGAMBIENTE (die italiänische Umweltassociation)

Kontaktiere der Tauchbasis, um mehr über die Möglichkeiten direkt vor ihrer Haustur zu entdecken...
tel. / fax (landline) : +39 081 853 1563
mobile : +39 334 564 1480 / +49 1578 49 853 94

TAUCHEN IN DER VERGANGENHEIT...

Kampanien gehörte schon vor 2.000 Jahren zu den Naturschönheiten Italiens. Für seine Quellen bekannt, entwickelte sich Baiae bereits in der späten republikanischen Zeit zu einem mondänen Bade- und Erholungsort. Großartige Villen reicher, römischer Bürger und Kaiser wie Gaius Iulius Caesar prägten das Aussehen der Thermenstadt. Kaiser Augustus nahm sogar einen Teil des Gebietes von Baiae in seinen Besitz. Berühmte Schriftsteller und Dichter der Antike nannten den Ort gar ein „Rasthaus der Laster“ (Seneca) und einen „geeigneten Ort für Liebesspiele“ (Ovid).

Bis heute erhielten sich in Baia die Reste der antiken Thermen und Kaiservillen. Sie bilden das Zentrum des Archäologischen Parks – über Wasser. Trotz der traditionellen Namen „Tempel der Diana“, „der Venus“ und „des Merkur“ gehörten die Bauten aber einst zu den Thermenanlagen.

Im Jahr 1538 entstand nahe der Küste der Berg „Monte Nuovo“. Durch Bradyseismus (Heben und Senken des Bodens in einer vulkanischen Gegend) kam es zu Veränderungen des Meeresspiegels. Deshalb liegen Teile des antiken Baiae und Puteoli heute unter Wasser, wo ein archäologisches Schutzgebiet eingerichtet wurde. Der „Parco Archeologico Sommerso die Baia“ kann besichtigt werden und gehört ins Pflichtprogramm archäologisch interessierter Taucher und Schnorchler. Die Tauchgänge sind alles andere als tief: zwischen drei und achtzehn Meter.

Die Schwefelgase, die den Solfatara so bekannt machen, gibt es natürlich auch unter Wasser. An einem solchen Ort zu tauchen ist allerdings eine viel intensivere Erfahrung als es der Besuch des Solfataras jemals sein könnte, da die Fumarolen (oder Geysire) nicht nur ein visuelle Schauspiel, sondern auch eine körperliche Erfahrung sind – sie sind nicht nur zu spüren (vor allem während eines kühleren Wintertauchgangs ist dieser ein hochbegehrten Tauchplatz, da die Wassertemperatur hier immer ein paar Grad über der Umgebungstemperatur liegt!), sie können aber auch gefangen werden (Gasbläschen mit der Hand zu fangen ist nicht etwas, was man auf jedem Tauchgang machen kann!).

Die ultimative Tauch- (oder Schnorchel-) Erfahrung in der Bucht von Pozzuoli allerdings ist und bleibt ein Besuch bei den archäologischen Ruinen. Selbst für diejenigen von uns, die sich nicht selbst als „Unterwasser-Gebäude-Spotter“ sehen ist die Begegnung mit den Ruinen des römischen Baiae unvergesslich; Gebäude, Höfe, Wege und Mosaike sind alle noch bemerkenswert intakt, obwohl sie seit fast zweitausend Jahren unter der Wasseroberfläche gelegen haben.

Fazit ist (man kann es nicht oft genug wiederholen): der Archäologiepark von Baiae bietet ein Unterwassererlebnis, die nur weiter empfohlen werden kann!